
Fanny Kusiel
Salomon Kusiel
Pferdehändler gehörten zu Ludwigsburg
Seestraße 49

In einer Stadt wie Ludwigsburg, in der Militär nicht nur das gesellschaftliche, sondern auch das wirtschaftliche Leben wesentlich mitprägte, waren Pferdehändler besonders vor der großen Motorisierung ein besonders wichtige Branche. Zu ihr gehörte auch Salomon Kusiel.
Er wurde als Sohn von Simon und Jette Kusiel 1866 in Hochberg geboren. Seit 1905 führte er die Familientradition des Pferdehandels fort und war auch Inhaber einer Textilwaren-, Pferde- und Futtermittelhandlung in Ludwigsburg. Von 1928 bis 1933 wohnte er mit seiner Familie in der Seestraße 49, von 1934 bis 1936 in der damaligen Schlageterstraße 13 (vor und nach der Zeit des NS-Regimes Bahnhofstraße) in Ludwigsburg. Das Haus in der Seestraße ist nach wie vor durch die Pferdekopf-Skulptur an der Fassade gut zu erkennen, im Hinterhof ist noch zu sehen, wo die Stallungen waren.
Am 1. Oktober 1933 musste er seine Handlung aufgeben und wanderte im Januar 1939 nach Rotterdam aus. Am 20. Juni 1940 wurde er durch Nazis im KZ Schriebroek ermordet.
Fanny Gutmann wurde am 5. Januar 1869 in Inchhausen geboren und heiratete später Salomon Kusiel. Sie hatten die drei Kinder Alice, Peppi und Siegfried. Nach ihrer gemeinsamen Auswanderung nach Rotterdam 1939 wurde sie 1943 erst nach Holland in das KZ Westerbork gebracht, später dann nach Polen in das KZ in Sobibor, wo sie am 14. Mai 1943 ermordet wurde.

Rahel Boell, Stolperstein-AG des Goethe-Gymnasiums Ludwigsburg